Expertisen und Studien

Zugangebot zwischen Deutschland und Polen (2012): Kaum grenzüberschreitende Verbindungen – und wenn, nur mit wenigen Zügen pro Tag

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Quelle: Studie von ETC Transport Consultants GmbH im Auftrag der IHK Berlin-Brandenburg: Handlungsbedarf für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und Polen, erschienen im Mai 2013. (Karte auf S. 28)

„Der Blick auf die nachfolgende Karte der Zugzahlen im Personenverkehr verdeutlicht, dass beiderseits der Grenze eine je nach Strecke sehr unterschiedliche aber insgesamt zumindest ausreichende Anzahl an Zügen verkehrt, diese Angebot an der Grenze deutlich einbricht. Mit Ausnahme der Grenzübergänge in Świnoujście und Kostrzyn verkehren über die deutsch-polnische Grenze nur einzelne Züge, während dies- und jenseits der Grenze ein deutlich umfassenderes Angebot besteht.“

(IHK Berlin-Brandenburg 2013, S. 28)

„Mit Ausnahme der Hauptstrecke zwischen Berlin und Warszawa über Poznań sind zudem die Reisezeiten nicht konkurrenzfähig zum Straßenverkehr. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Eisenbahn nur eine vernachlässigbare Rolle im grenzüberschreitenden Personenverkehr zwischen Deutschland und Polen einnimmt; so erfolgen weniger als 2% aller Fahrten zwischen beiden Ländern mit der Bahn. Es fehlen insbesondere schnelle und attraktive Verbindungen zwischen der Metropole Berlin, den Oberzentren Brandenburg an der Havel, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Berlin und wichtigsten Mittelzentren des Grenzgebiets, obwohl die Eisenbahn eigentlich hier ihre Systemvorteile mit schnellen, bequemen und verlässlichen Verbindungen ausspielen könnte. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Bahnverkehrs zu verbessern, sind daher umgehend attraktive Verbindungen auf den Korridoren mit den wichtigsten Zentren der Grenzregionen einzurichten:

  • Berlin – Szczecin (– Gdańsk)
  • Berlin – Poznań (– Warszawa / Gdańsk)
  • Berlin – Wrocław (– Kraków)
  • Dresden – Wrocław (– Kraków)

Mit Ausnahme der Verbindung zwischen den beiden Hauptstädten ist hierfür eine grundlegende Verbesserung der Bahninfrastruktur unumgänglich. Daher müssen mittelfristig (2016) die geplanten bzw. begonnenen Elektrifizierungsmaßnahmen zwischen Berlin und Szczecin bzw. Wrocław realisiert werden. Die Elektrifizierungen sind ausschließlich auf deutscher Seite erforderlich, auf polnischer Seite sind sie dagegen bereits abgeschlossen. Mit dem dann möglichen elektrischen Betrieb können Fahrzeiten von 1:30 zwischen Berlin und Szczecin bzw. 3:45 zwischen Berlin und Wrocław erreicht werden. Bis dahin sind auf diesen beiden Relationen Direktverbindungen mit Dieseltriebwagen als Interimslösungen analog zur Verbindung Dresden – Wrocław einzurichten, um insbesondere Tagesrandverbindungen zu ermöglichen. Mittelfristig sollte auch zwischen Dresden und Wrocław als Bestandteil des paneuropäischen Korridors III ein elektrischer Betrieb möglich sein. Hierfür ist der deutsche Abschnitt Dresden – Görlitz in den nächsten Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen und möglichst bis 2020 zu elektrifizieren.“

(IHK Berlin-Brandenburg 2013, S. 3)

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