Strategien und Pläne

Die Verbesserung des deutsch-polnischen Bahnverkehrs ist seit längerem Ziel politischer und raumplanerischer Aktivitäten. In dieser Rubrik verweisen wir auf Strategien und Pläne zu diesem Thema.

Binationale Strategien

  • Strategische Handlungsempfehlungen der Euroregion Neiße-Nisa-Nysa 2014-2020

Die Euroregion Neiße-Nisa-Nysa ist eine trinationale Interessensgemeinschaft, die sich aus dem freiwilligen Zusammenschluss sächsischer, polnischer und tschechischer Kommunen, Landkreise, weiterer Selbstverwaltungskörperschaften und anderer Institutionen des Dreiländerecks im Jahr 1991 gegründet hat.

Im Hinblick auf die EU-Förderperiode 2014-2020 hat die Euroregion eine Strategie erarbeitet, die den Ausbau der Bahnverbindungen im Dreiländereck Sachsen-Tschechien-Polen als eine der Prioritäten einbezieht.

Als spezifische Ziele für den Eisenbahnverkehr/ ÖPNV werden genannt:

  1. „Schaffung eines bedarfsgerechten, attraktiven gemeinsamen Verkehrsangebotes für Einwohner und Touristen
  2. Initiierung neuer Verbindungen, Verbesserung der Qualität und Ausbau vorhandener Strecken
  3. Verbesserung der Sicherheit durch Modernisierung der Infrastruktur und den Einsatz moderner Schienenfahrzeuge
  4. Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Einsatz und die Zulassung von Fahrzeugen“

Die komplette Strategie auf Deutsch, Polnisch und Tschechisch: http://www.neisse-nisa-nysa.org/index.php?id=745

Das Projekt wurde vom Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien gemeinsam mit dem Sächsischen Innenministerium 2012-2014 realisiert und aus EU-Mitteln kofinanziert (EFRE/ SNPL). Es wurde 2013 im »Wettbewerb für modellhafte deutsch-polnische Kooperationsprojekte« des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Kooperation mit dem Ministerium für Regionalentwicklung der Republik Polen als Preisträger ausgezeichnet.

Zum Thema Verkehr findet sich im Abschlussbericht des Projekts folgende Stellungnahme:

„Die Arbeitsgruppe Verkehr und Transport hält außerdem eine Ausweitung des grenzüberschreitenden Angebots im öffentlichen Personennahverkehr für prioritär. Die steigenden Verkaufszahlen des Euro-Neisse-Tickets belegen eine wachsende Nachfrage im grenzüberschreitenden öffentlichen Personennahverkehr. Jedoch stehen diesem Ziel insbesondere im Schienenverkehr zahlreiche Hindernisse entgegen.

Probleme resultieren etwa aus einer fehlenden Zulassung polnischer Eisenbahnfahrzeuge zur Einfahrt in die Grenzbahnhöfe sowie aus hohen Trassen- und Stationsnutzungsgebühren, die momentan verhindern, dass Regionalzüge der Niederschlesischen Eisenbahnen in den Bahnhof Görlitz fahren können. Eine attraktive Verknüpfung regionaler Verbindungen im Bahnhof Görlitz ist derzeit somit nicht möglich.

Die fehlende Elektrifizierung des Abschnitts Węgliniec-Zgorzelec-Dresden führt zu Problemen bei der Schaffung einer attraktiven Verbindung zwischen Dresden und Wrocław. Auf polnischer Seite besteht die Bereitschaft zur Elektrifizierung des Abschnittes Węgliniec-Görlitz, wenn auf deutscher Seite die Elektrifizierung des Bahnhofs Görlitz vorgenommen würde. Die Optimierung der Stadtbus-Linie P vom Bahnhof Görlitz zum Bahnhof Zgorzelec kann hier nur eine Übergangslösung sein.

In der Relation Zittau-Liberec bedarf der polnische Abschnitt zwischen Zittau und Hrádek nad Nisou einer dringenden Sicherung und Modernisierung. Hierzu ist ein deutsch-polnisch-tschechischer Staatsvertrag vorgesehen. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf ca. 2,5 Mio. Euro.“

(Abschlussbericht des Projekts 2014, S. 171f.)

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